Als es in den letzten Zusammenkünften des GPH um die jährliche Vorstandssitzung der Guppyvereine in Ruhland Ende Februar ging, war klar, dass wir uns viel Zeit nehmen würden, um Michael Lehmann zu besuchen. Ruhland und Michael Lehmann sind für uns Guppyfreunde eigentlich nur ein Begriff. Das Interesse, die Zuchtanlage von ihm zu besichtigen, war bei allen sehr groß. So kam es, dass wir mit einer starken Truppe anreisten. Dieter, Fritz, Bodo, Daniel und ich waren dabei. Bereits am frühen Nachmittag begrüßte uns Michael in seinem Laden. Der Eingangs –und Schaufensterbereich lässt nicht erahnen, was dahinter steckt. Die Größe des Ladens, der Umfang der Verkaufsanlagen, die schönen, vollen Aquarien und die Vielfalt der angebotenen Fische beeindruckte. Ich habe viel gesehen, was ich schon selbst gepflegt und gezüchtet habe, Zwergbuntbarsche und seltene grazile Salmler, wie den Spritzsalmler oder herrliche Kois. Der Rundgang war ein lebendes Bilderalbum meiner Aquaristik in mehr als 50 Jahren. Es war einfach toll.

Da wir viel Zeit hatten empfahl uns Michael, den Großhändler „Interfisch“ in Brieske zu besuchen. Ich habe noch nie so eine große tolle 500.000 l Anlage gesehen. Leider war ein großer Teil der Anlage leer und man konnte ahnen, dass sich das in Zukunft fortsetzen würde. Konstruktion und Technik waren schon sehr interessant.

Am Abend hatten die IGMX –Freunde ein gemeinsames Essen und Bowling für alle Vorsitzenden und Richter organisiert. Es ging recht lustig zu. Neben dem sportlichen Einsatz wurde viel erzählt und Bodo brachte mit seinen Einlagen alle zum Lachen.

Am anderen Morgen zum Frühstück hatte Michael eine Besichtigung seiner Zucht- und Gewächsanlagen vorgesehen. Das war der Höhepunkt der Fahrt, vor allem für die extra mitgereisten Freunde des GPH. Michael züchtet in seinen Anlagen vor allem Lebendgebärende und Kois. Die Anlagen, die aus Räumen für Zuchtansätze, einem riesigen Gewächshaus und einigen außerhalb von Ruhland liegenden Freilandteichen bestehen, sind beeindruckend. Michael hat sich seit seiner Jugend mit Tieren, vor allem mit Fischen befasst. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Begeisternd sind Technologie und Technik seiner Zuchtanlage. Automatische Brunnenwasserzufuhr und das Überlaufsystem sind ein Traum. In dem Gewächshaus, das nur 30 cm aus dem Erdreich ragt, stehen in der Regel große Betonbecken, in denen Mollys, Platys, Schwertträger und viele Zuchtformen, die ich gar nicht kenne, schwimmen. Überall läuft Wasser, meist in aufgesetzte Filter, die mit Anubias bestückt sind. Man wird nicht fertig, das alles anzusehen. Ein Rundgang durch das Gewächshaus dauert schon seine Zeit. So viele Fische, in so vielen Becken, alles so bunt mit schönen Wasserpflanzen, die überall auch außerhalb der Becken wachsen, zu sehen, ist ein unvergesslicher Eindruck. Manchmal, so erzählt Michael, fügt sich etwas ganz allein. Da springt ein Wiener Smaragd Guppyweibchen aus einem kleinen Becken in ein großes Betonbecken und nach einiger Zeit ist dieses Becken voller ausgewachsener Fische (ca.1000 Stück). Für uns war diese Besichtigung ein ganz tolles Erlebnis. Auf der Rückfahrt kam oft die Frage, wie macht Michael das? Wie schafft er die viele Arbeit? Für uns fast unerklärlich.

Wir bedanken uns bei Michael für die sehr gute Betreuung und wünschen Ihm weiterhin viel Erfolg mit unserem Hobby und mit seinem Betrieb. Der IGMX bestätigen wir eine gute Organisation und möchten uns dafür herzlich bedanken.

Franz